Gold im Nettovermögen bewerten – Barren, Münzen und Schmuck
Eine einfache Formel, um physisches Gold nach Gewicht und Feingehalt zu bewerten, warum Schmuck weniger wert ist als sein Preisschild und wie oft du den Wert anpassen solltest.
Von Islam Kassem, Gründer von NetWorthy · · 3 Min. Lesezeit
Gold ist leicht zu besitzen und wird trotzdem oft im Nettovermögen vergessen. Man weiß, dass da „ein paar Münzen“ oder „der Schmuck von Oma“ sind, hat aber keine Ahnung vom Wert. Für eine Zahl brauchst du zwei Dinge: wie viel reines Gold du hast und den heutigen Preis.
Die Formel
Wert = Gewicht in Gramm × Feingehalt × Spotpreis pro Gramm
Jeder Teil braucht etwas Sorgfalt.
1. Gewicht
Bei Barren und Anlagemünzen steht das Gewicht drauf. Bei Schmuck nicht. Nimm eine Küchenwaage mit 0,1-g-Genauigkeit oder das Gewicht vom Kaufbeleg. Steine möglichst herausrechnen: Ein Diamant bringt Gewicht, ist aber kein Gold.
Goldpreise werden oft pro Feinunze angegeben. Eine Feinunze hat 31,1035 Gramm. Für den Grammpreis teilst du den Unzenpreis durch 31,1035.
2. Feingehalt (Karat)
Reines Gold hat 24 Karat. Niedrigere Karat sind mit anderen Metallen legiert, dadurch härter und günstiger.
| Karat | Goldanteil | Stempel | Typisch für |
|---|---|---|---|
| 24 K | 99,9 % | 999 | Barren, Anlagemünzen |
| 22 K | 91,6 % | 916 | Krügerrand, manche Münzen |
| 21 K | 87,5 % | 875 | Schmuck in Ägypten und am Golf |
| 18 K | 75 % | 750 | Hochwertiger Schmuck |
| 14 K | 58,5 % | 585 | Häufiger Schmuck in Deutschland |
| 8 K | 33,3 % | 333 | Günstiger Schmuck in Deutschland |
Der Stempel (z. B. 585 oder 750) steht meist innen im Ring oder am Verschluss.
3. Spotpreis
Der Spotpreis ist der aktuelle Marktpreis für reines Gold und ändert sich laufend. Für dein Nettovermögen musst du ihn nicht auf die Minute kennen. Der Preis am Tag deiner Aktualisierung reicht.
Rechenbeispiel
Angenommen, der Spotpreis liegt bei 100 € pro Gramm. Das ist nur eine runde Zahl fürs Beispiel, prüf vor dem Rechnen den echten Preis. Du besitzt:
- einen 20-g-Barren, 999: 20 × 0,999 × 100 = 1.998 €
- ein 585er-Armband mit 15 g: 15 × 0,585 × 100 = 877,50 €
- einen 750er-Ring mit 4 g: 4 × 0,75 × 100 = 300 €
Goldwert gesamt: rund 3.175 €.
Warum Schmuck weniger wert ist, als du bezahlt hast
Im Laden hast du für das Armband vermutlich deutlich mehr als 877,50 € bezahlt. Der Preis enthält Verarbeitung, Händlermarge und Mehrwertsteuer. Nichts davon bekommst du beim Verkauf zurück. Ein Goldankäufer zahlt nach Gewicht und Feingehalt, oft etwas unter Spot.
Fürs Nettovermögen zählt beim Schmuck also der Goldgehalt. Den Kassenbon kannst du vergessen. Ziehst du noch ein paar Prozent für die Ankaufsspanne ab, bist du realistisch. Das fühlt sich hart an, entspricht aber ungefähr dem, was ein Ankäufer zahlt.
Anlagebarren und -münzen lassen sich viel näher am Spotpreis verkaufen. Deshalb kaufen Sparer lieber diese als Schmuck. In Deutschland ist Anlagegold übrigens von der Mehrwertsteuer befreit.
Silber funktioniert genauso
Gleiche Formel, andere Feingehalte: 999 bei Barren und Anlagemünzen, 925 bei Sterlingsilber. Der Grammpreis ist viel niedriger, ins Gewicht fällt Silber also erst bei größeren Mengen.
Wie oft aktualisieren?
Gold kann sich in einer Woche um ein paar Prozent bewegen, ist für die meisten aber eine langfristige Anlage. Es reicht, den Wert beim monatlichen Vermögenscheck anzupassen. Mit einem Tracker mit Live-Kursen passiert das automatisch: Gewicht und Feingehalt einmal eintragen, der Wert folgt dem Markt.
Gold in NetWorthy erfassen
Leg jedes Stück mit Gewicht und Feingehalt an. Mit Lite oder Pro bewertet NetWorthy es zum aktuellen Spotpreis, umgerechnet in deine Anzeigewährung. So steht dein Gold neben Girokonto und ETFs in einer Summe. Für eine einmalige Gesamtzahl hat der Nettovermögen-Rechner eine Zeile für Gold und Wertsachen.
Macht Gold einen großen Teil deiner Ersparnisse aus, lohnt sich ein Blick auf den Anteil am Gesamtvermögen. Ist mein Portfolio diversifiziert? zeigt, wie.
