Vermögensübersicht für Angehörige – damit deine Familie weiß, was du besitzt

Wüsste deine Familie morgen, wo deine Konten sind? Eine praktische Checkliste für den Notfall und was eine Vermögensliste leisten kann und was nicht.

Von Islam Kassem, Gründer von NetWorthy · · 2 Min. Lesezeit

Nach einem Todesfall verbringen Familien oft Monate damit, überhaupt herauszufinden, was es gab. Welche Banken? Gab es ein zweites Depot? Liegt Gold im Schließfach, Krypto auf einer Börse, eine Betriebsrente beim alten Arbeitgeber? Geld, von dem niemand weiß, bleibt mitunter jahrelang liegen.

Ein Testament ist wichtig, und nichts hier ersetzt eines. Aber ein Testament regelt, wer was bekommt. Wo alles liegt, steht selten drin. Und eröffnet wird es oft erst Wochen später.

Mit einer Liste anfangen

Das Nützlichste, was du hinterlassen kannst, ist eine aktuelle Aufstellung dessen, was du besitzt und schuldest. Notiere zu jedem Punkt:

  • Was es ist: Girokonto, ETF-Depot, Rentenversicherung, Wohnung, Auto, Goldmünzen, Kredit.
  • Wo es ist: Bank oder Broker, Land, bei Dingen zu Hause der genaue Ort.
  • Ungefährer Wert: Eine aktuelle Größenordnung reicht.
  • Ansprechpartner: Name des Instituts, ggf. Steuerberater, Notar oder Anwalt.

Passwörter gehören nicht auf diese Liste. Deine Angehörigen brauchen dein Online-Banking-Passwort nicht. Banken haben Abläufe für Erben, und das Einloggen mit den Daten eines Verstorbenen kann rechtliche Probleme machen. Wichtig ist, dass sie wissen, an welche Institute sie sich wenden müssen.

Die Checkliste

Geh diese Punkte einmal durch. Fast jeder findet etwas, das er vergessen hatte.

  1. Bankkonten, auch alte, kaum genutzte
  2. Depots, auch bei Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable
  3. Altersvorsorge: Riester, Rürup, Betriebsrente, auch von früheren Arbeitgebern
  4. Lebens- und Risikolebensversicherungen
  5. Immobilien und die zugehörige Finanzierung
  6. Fahrzeuge
  7. Gold, Silber, Bargeld oder Wertsachen zu Hause oder im Schließfach
  8. Krypto: welche Börse oder Wallet, und wo die Wiederherstellungsdaten liegen
  9. Geld, das du verliehen hast, und Geld, das du schuldest
  10. Unternehmensbeteiligungen oder private Investments

Aktuell halten, ohne dass es lästig wird

Eine Liste, die einmal geschrieben in der Schublade landet, veraltet schnell. Konten werden geschlossen, neue kommen dazu, Werte ändern sich. Am einfachsten bleibt sie aktuell, wenn sie dasselbe ist, womit du ohnehin dein Nettovermögen verfolgst. Pflegst du deine Salden sowieso monatlich, ist die Familienliste automatisch auf dem neuesten Stand.

Wer darf es sehen, und wann?

Das ist der schwierige Teil. Heute soll deine Schwester vermutlich nicht in deine Finanzen schauen. Wenn du nicht mehr antworten kannst, soll sie es aber können.

Üblich sind drei Wege:

  • Ein versiegelter Umschlag beim Notar oder Anwalt, einmal im Jahr aktualisiert
  • Ein geteiltes Dokument mit einer Person, der du voll vertraust
  • Ein Werkzeug mit verzögertem Zugriff: Eine Vertrauensperson kann Zugriff anfragen und bekommt ihn nur, wenn du nicht reagierst

Der Notfallzugang in NetWorthy funktioniert nach dem dritten Prinzip. Du hinterlegst vertrauenswürdige E-Mail-Adressen. Fragt eine davon Zugriff an, kannst du zustimmen oder ablehnen. Antwortest du eine Woche lang nicht, wird die Anfrage automatisch angenommen, und die Person sieht, was du besitzt, wo und wie viel. Solange du Nein sagen kannst, wird nichts geteilt.

Was das nicht ersetzt

Eine Vermögensliste ist kein Testament und überträgt nichts. In Deutschland ist ein privates Testament nur gültig, wenn du es vollständig von Hand schreibst und unterschreibst; alternativ gibt es das notarielle Testament. Für die rechtliche Seite sprich mit einem Notar oder Fachanwalt für Erbrecht. Die Liste macht ihnen und deiner Familie die Arbeit deutlich leichter.

Der erste Schritt in zehn Minuten

Öffne eine Notiz und schreib jedes Finanzinstitut auf, mit dem du zu tun hast. Nur die Namen. Dann eine Zeile für alles Physische. Wenn du es aktuell halten willst, kannst du alles in NetWorthy erfassen und den Notfallzugang einschalten.

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