Excel-Tabelle oder App: Womit solltest du dein Vermögen tracken?

Tabellen sind kostenlos und flexibel, Apps sparen Zeit und bewerten Anlagen automatisch. Die Vor- und Nachteile und eine einfache Entscheidungshilfe.

Von Islam Kassem, Gründer von NetWorthy · · 2 Min. Lesezeit

Viele führen ihr Nettovermögen seit Jahren in Excel oder Google Sheets und sind damit völlig zufrieden. Viele andere haben eine Tabelle angelegt, drei Monate gepflegt und dann aufgegeben. Welches Werkzeug du nutzt, ist weniger wichtig als die Frage, ob du dabeibleibst.

Was für die Tabelle spricht

Sie kostet nichts, und die Software hast du schon. Du kannst jede Kategorie, jedes Diagramm und jede Formel einbauen, und die Daten bleiben in einer Datei, die dir gehört. Weil du jede Zahl selbst eintippst, lernst du außerdem viel darüber, wo dein Geld eigentlich liegt.

Hast du vor allem Tagesgeld und ein, zwei ETFs, reicht eine Tabelle mit einer Zeile pro Monat und einer Spalte pro Konto völlig aus.

Wo Tabellen mühsam werden

Erstes Problem: Kurse. 25 Depotpositionen jeden Monat per Hand zu aktualisieren wird schnell lästig, und Formeln, die Live-Kurse ziehen, brechen gern ab, stoßen an Limits oder kennen die Hälfte deiner Wertpapiere nicht. Für Gold und Krypto brauchst du zusätzlich Spotpreis und Feingehalt.

Dann die Währungen. Vier Währungen sauber mit einheitlichem Kurs und Stichtag umzurechnen, erfordert mehr Sorgfalt, als viele denken.

Und schließlich der schleichende Verfall. Die meisten Tabellen werden alle paar Jahre neu gebaut, und die alten Reiter passen nie ganz zu den neuen. Auf dem Handy eine große Tabelle zu pflegen, ist eine Qual. Würde deine Familie die Datei überhaupt finden, geschweige denn verstehen? (Mehr dazu hier.)

Was für eine App spricht

Eine gute Vermögens-App übernimmt die Fleißarbeit: Sie bewertet Aktien, ETFs, Gold und Krypto automatisch anhand der Stückzahlen, rechnet Währungen um, speichert deinen Verlauf und stellt ihn dar. Die besten lassen dich außerdem Depotauszüge importieren, sodass du Positionen gar nicht mehr eintippst.

Dagegen stehen Kosten (manche Apps sind teuer), weniger Flexibilität und das Vertrauen in ein Unternehmen. Manche Apps wollen auch deinen Bank-Login für die Synchronisierung. Stört dich das, wähl eine, die ohne auskommt. So funktioniert Tracking ohne Bankanbindung.

Eine einfache Entscheidungshilfe

Stell dir drei Fragen:

  1. Habe ich Anlagen mit Marktpreis? Dann spart eine App jeden Monat echte Zeit.
  2. Habe ich mehr als eine Währung? Dann vermeidet eine App Umrechnungsfehler.
  3. Baue ich gern Tabellen? Wenn ja und deine Finanzen einfach sind, bleib bei der Tabelle.

Zwei oder drei Antworten Richtung App bedeuten meist, dass die Tabelle irgendwann liegen bleibt.

Beides geht auch

Viele nutzen eine Tabelle fürs Budget oder detaillierte Planung und eine App für die laufende Vermögenssumme. Die Summe liegt dann dort, wo sie sich am leichtesten pflegen lässt, und die Tabelle übernimmt den Rest.

Von der Tabelle zu NetWorthy

  1. Die letzte Zeile deiner Tabelle als Startpunkt nehmen.
  2. Konten und Schulden mit aktuellem Saldo anlegen.
  3. Für Anlagen Stückzahlen statt Werte eintragen oder einen Auszug eines unterstützten Brokers hochladen, damit Kurse sich selbst aktualisieren.
  4. Gold mit Gewicht und Feingehalt erfassen (so bewertest du Gold).
  5. Die alte Tabelle als Archiv behalten.

Der kostenlose Tarif deckt manuelles Tracking ab, Live-Kurse gibt es mit Lite und Pro. Willst du deine aktuelle Summe erst gegenprüfen? Probier den Nettovermögen-Rechner.

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